PADDLE - Personal Adaptive Digital Library Environment

Beschreibung


PADDLE - Personal Adaptive Digital Library Environment

Inhalt

Dienstag, 6. Februar 2001, 14:00 Uhr, Geschossbau V, Raum 418
PADDLE-Kickoff (down)
19. bis 21. April 2001, DJH Mülheim
PADDLE-Seminar

Markus Baldschus, Daniel Becker, Christian Feist, Sven Frankmölle, Matthias Jordan, Christian Kruse, Igor Kufershteyn, Ingo Roderfeld, Christoph Szoltysik, Alexej Titarenko, Alexander Weber, Arthur Zalewski

Digitale Bibliotheken im Internet gibt es mittlerweile wie Sand am Meer. Literaturrecherchen lassen sich immer öfter ohne den Gang in die »reale« Bibliothek durchführen. Dennoch sind die digitalen Angebote oftmals nicht effektiv einsetzbar. Aufgrund der Vielzahl der Angebote, deren Heterogenität sowie der fehlenden Integration sind Recherchen sehr aufwändig und fehleranfällig.

Im Rahmen des von der DFG geförderten Projektes Daffodil wird - aufbauend auf den Ergebnissen der (abgeschlossenen) Projektgruppe PIANO - ein Informatik-Portal entwickelt, das eine effektive Nutzung digitaler Bibliotheken ermöglicht. Die derzeitige Version des Systems integriert zwölf Informatik-relevante digitale Bibliotheken, die dem Benutzer als eine einzige virtuelle digitale Bibliothek erscheinen. Zur strategischen Unterstützung der Suche bietet das System höhere Suchfunktionen an (Strategien, Strategeme, Taktiken), die den Funktionsumfang der einzelnen digitalen Bibliotheken erweitern. Zum Beispiel werden Zitationssuchen, Frageerweiterung/-einengung und das Browsen in Klassifikationsschemata und Inhaltsverzeichnissen unterstützt sowie automatisch nach Volltexten zu einer gegebenen Referenz gesucht.

Im Rahmen der Projektgruppe soll das System um die Persönliche Adaptive Digitale Bibliothek (PADDLE) erweitert werden. Diese soll neben der Berücksichtigung persönlicher Präferenzen der einzelnen Benutzer insbesondere auch neue personalisierte Dienste bereitstellen. Dabei spielt die Adaptivität des Systems eine wesentliche Rolle.

Persönliche Präferenzen des Benutzers können funktionaler oder inhaltlicher Art sein:

  • Funktionale Präferenzen beziehen sich auf Systemeinstellungen, wie z. B. den Grad der Benutzerführung, oder auf Optionen bezüglich der Präsentation von Ergebnissen.
  • Inhaltliche Präferenzen beziehen sich auf thematische Vorlieben des Benutzers. Im einfachsten Fall führt das System Buch über die Dokumente, die der Benutzer schon einmal gesehen hat, und markiert diese Dokumente bei neuen Recherchen entsprechend. Ferner können die generellen Interessengebiete eines Benutzers festgehalten werden, um konkrete Anfragen jeweils entsprechend einzuschränken.

Durch die Beobachtung des Benutzers kann das System viele dieser Präferenzen automatisch erkennen und sich adaptiv verhalten.

Die persönliche digitale Bibliothek erweitert die Funktionalität des Systems, um den Nutzen für die Anwender zu steigern:

  • Informationsfilterung basiert auf der (expliziten oder impliziten) Formulierung eines Interessenprofils durch den Benutzer. In regelmäßigen Abständen werden alle digitalen Bibliotheken nach neuen Dokumenten zu den im Profil beschriebenen Themen befragt und die Ergebnisse an den Benutzer weitergeleitet. Ein Spezialfall hiervon ist der Zeitschriften-Benachrichtigungsdienst, der über den Inhalt neu erschienener Hefte bestimmter Zeitschriften informiert.
  • Eine persönliche Handbibliothek verwaltet diejenigen Dokumente, mit denen ein Benutzer aktiv arbeitet. Hierzu werden sowohl Metadaten als auch Volltexte der Dokumente lokal gespeichert. Der Benutzer kann Bewertungen (Ratings), Kommentare und Verweise zu den Dokumenten ablegen und insbesondere auch Annotationen innerhalb des Volltextes anbringen. Bei einer umfangreicheren Handbibliothek können die Dokumente gemäß inhaltlicher Kriterien klassifiziert werden.
  • Kollaboratives Filtern ist eine Erweiterung der beiden vorgenannten Dienste zur Unterstützung von Benutzergruppen. Dabei können Benutzer ihre Suchergebnisse, Bewertungen und Anmerkungen mit den anderen Mitgliedern der Gruppe teilen. Sie können direkt in den für sie zugänglichen Daten der Gruppe recherchieren, um \zB das Klassifikationsschema der Gruppe zu browsen oder nach Dokumenten mit positiver Bewertung zu suchen. Bei der normalen Recherche werden sie darauf hingewiesen, wenn ein gefundenes Dokument bereits von anderen Gruppenmitgliedern annotiert wurde. Frühere Qualitätsbeurteilungen können \zB in das Ranking der Antwortdokumente einfließen.

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Sonstiges, z. B. die Vorlesung Digitale Bibliotheken an der Universität Trier.

Bates, M. (1990).
Where Should the Person Stop and the Information Search Interface Start?
Information Processing and Management 26(5), S. 575-591.
Fuhr, N. (1996).
Information Retrieval. Skriptum zur Vorlesung.
Universität Dortmund, Fachbereich Informatik.
Fuhr, N.; Gövert, N.; Klas, C.-P. (2000).
An Agent-Based Architecture for Supporting High-Level Search Activities in Digital Libraries.
To appear in: Proceedings ICADL.
Gövert, N.; Fuhr, N.; Klas, C.-P. (1999).
Ein Agentensystem für digitale Bibliotheken im WWW.
In: Proceedings ECDL '99.
Morik, K. (1999).
Maschinelles Lernen. Skript zur Vorlesung.
Universität Dortmund, Fachbereich Informatik.
Projektgruppe 341 (2000).
PIANO: Proactive Agents in Networked Digital Libraries. Abschlussbericht.
Universität Dortmund, Fachbereich Informatik.
Weiss, G. (Hrsg.) (1999).
Multiagent Systems.
MIT Press, Cambridge, Mass.